Natur-Blumenwiesen für die Artenvielfalt in der Gemeinde

Angesichts großer und globaler Umweltprobleme tut man sich oft schwer. Was kann ich alleine denn schon tun? Der Verzicht auf den Einwegbecher beim Kaffee wirkt, angesichts 2,7 Millionen weggeworfener Becher täglich, klein, aber sollte natürlich trotzdem geschehen. Jedoch eine Maßnahme, die sofort und vielen hilft, können wir gleich heute noch starten: Eine Blumenwiese anlegen – so wie es unsere Gemeinde nun an mehreren Standorten plant -vielleicht auch Sie bei Ihnen daheim.

Sicher haben Sie schon vom Insektensterben gehört. In manchen Bereichen Mitteleuropas und Österreichs ist die Masse der Insekten dramatisch geschrumpft. Bis zu 80% weniger Insekten als noch vor wenigen Jahrzehnten sind für alle Insektenfresser, für Bestäuberblüten und nicht zuletzt für hochkomplexe Symbiosen in der Natur eine Katastrophe. Und hier kommt jetzt unsere Gemeinde ins Spiel: Gerade der Siedlungsraum des Menschen ist oft letzter Rückzugsort für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Und die Gemeinde kann, wenn Flächen zur Verfügung gestellt werden, auch zur Erholung der Insektenbestände beitragen.

Wo kann eine Blumenwiese stehen? Besser wäre die Frage, wo sie denn nicht stehen kann. Jede auch noch so kleine Fläche kann als Natur-Blumenwiese angelegt werden. Rasenstreifen zwischen Gehweg und Straße, generell mähintensive Rasenflächen, die Erweiterungsfläche am Friedhof, Baumscheiben, Sickermulden, Böschungen… Im Falle unserer Gemeinde haben wir das an folgenden Standorten vor: Ramingdorf an der L80, Kreuzung Schedlstraße Voralpenstraße und neben dem Friedhofsparkplatz im Ort.

Und wie fangen wir an? Am einfachsten mit nichts! Nicht mehr 14-tägig mit dem Rasentraktor mähen, lediglich im Frühsommer und Herbst abmähen und das Mähgut entfernen. Das magert im Laufe der Jahre den Boden ab und das lieben die meisten Wiesenblumen. Laut Fachleuten kommen pro Jahr ca. fünf neue Blumenarten durch Wind oder Tiere hinzu. So kann nach drei bis fünf Jahren bereits eine schöne Blumenwiese entstehen. Schneller geht es mit Saatgut, das am besten regionaler Herkunft ist, denn diese Pflanzen sind die wahren Ureinwohner unserer Gemeinde. Sie kennen Klima und Boden und wachsen meist sehr gut. An manchen Flächen werden wir inselartig an ein paar Stellen Aussaaten mit Wiesenblumen machen. Das soll eine Initialzündung sein, von dort können sich die Arten auf die restliche Fläche ausbreiten. Einheimisch sollten die Pflanzen sein, denn im Laufe der Evolution haben sich heimische Pflanzen und Tiere gemeinsam entwickelt und können so voneinander profitieren. Unsere Schmetterlinge brauchen klarerweise heimische Pflanzen für ihre Raupen als Futter, ebenso sind manche Wildbienenarten auf spezielle heimische Blüten als Futterquelle angewiesen.

„Natur im Garten“ stellt unserer Gemeinde kostenlos Naturblumenwiesensaatgut für ca. 350 m² zur Verfügung.

Was können die Bürger zum Gelingen des Vorhabens beitragen?

Die ausgewiesenen und gekennzeichneten Flächen nicht betreten! Blumenwiesen können nur an Standorten gedeihen die nicht betreten werden. Sonst werden Kräuter und Gräser niedergetrampelt und können sich nicht entwickeln. Betreten Sie daher diese oben erwähnten und gekennzeichneten Flächen nicht. Verwenden Sie diese Flächen auch nicht als Hundeklo! Bitte hier um Rücksichtnahme.

Toleranz. Die besagten Flächen unterscheiden sich von kurz geschorenen Rasenflächen. Kräuter und Gräser wachsen hier bis zur Mahd im Frühsommer. Dies passiert nicht aus Nachlässigkeit des Bauhofes, sondern weil wir hier eine Blumenwiese für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten wachsen lassen wollen! An dieses Erscheinungsbild sollte man sich gewöhnen wenn man den Bienen helfen möchte. Vom kurz geschorenen Rasen können sie nicht profitieren. Bienen brauchen Nektar und Blütenstaub!

Vielleicht wollen auch Sie bei Ihnen zu Hause eine Blühwiese wachsen lassen und sie pflegen. Das heißt zweimal im Jahr mähen und das Mähgut abtransportieren. Falls Sie Interesse haben oder weitere Informationen benötigen melden Sie sich am Gemeindeamt. Wir haben ein kleines Präsent mit Blütensamen für Sie zusammengestellt.

Herzlichen Dank schon jetzt.